Sanfte und alternative Medizin

Homotoxikologie

Nach Ende des 2. Weltkriegs begründete der deutsche Mediziner Dr. Hans-Heinrich Reckeweg die Homotoxikologie, die als moderne Homöopathie der klassischen Homöopathie folgte. Schon im Jahr 1936 gründete Reckeweg die Firma Heel, damals in Berlin, die heute ihren Sitz in Baden-Baden hat und weltweit der größte Hersteller für Homöopathika ist. Vor allem homöopathische Kombinationsarzneimitteln werden heute über den homöopathischen Marktführer weltweit vermarktet. In der Homotoxikologie sah Reckeweg sehr früh eine moderne Verbindung von Homöopathie und wissenschaftlicher Medizin. In den 1940er Jahren veröffentlichte er die ersten Theorien zur Homotoxikologie. Aus der Sicht von Reckeweg, der im Jahr 1985 in Baden-Baden verstarb, sind Krankheiten und die Symptome auf Gifte im Körper zurückzuführen. Der Körper reagiert auf die inneren und äußeren Schadstoffe mit körperlichen Reaktionen. Die Schadstoffe, die Homotoxine genannt werden, können zum Beispiel durch Umweltgifte, Gifte in den Nahrungsmitteln oder auch schädlichen Stoffwechselprodukten ausgelöst werden. Die Schädlichkeit der Gifte im Körper hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie die Reizstärke des Toxins oder auch dem individuellen Abwehrorganismus. Sind die Belastungen durch Homotoxine zu stark, und kann der Körper die Giftstoffe nicht ausleiten, so kommt es zu bestimmten Krankheitsbildern. Reckeweg definierte bestimmte Gifte, wobei einige Sutoxine eine besondere Bedeutung haben. Zu diesen besonders wichtigen Sutoxinen gehören unter anderem Cholesterin, Sexualhormone oder auch Grippeviren. Sehr kritisch in der Theorie wurde der Verzehr von Schweinefleisch gesehen, der auch Vergiftungsfolgen reflektieren sollte.

In der Therapie spielt die Entgiftung durch sogenannte Antihomotoxika eine zentrale Rolle. Unter anderem sollen bestimmte Entgiftungsprozesse durch den Eingriff in die Grundregulation des Bindegewebes eingeleitet werden. Auch Entgiftungen der Leber oder Galle, oder auch die Stärkung des Immunsystems, spielen in der Therapie eine wichtige Rolle. Durch die antihomotoxische Therapie soll vor allem auch die Eigenregulation des Abwehrsystems angeregt werden. Zur Therapie werden bestimmte Kombinationspräparate eingesetzt, anders als in der klassischen Homöopathie, wo vor allem Einzelmittel eingesetzt werden. Der Grundsatz der homöopathischen Therapie, bzw. der Auswahl der Präparate, ist hierbei Ähnliches mit Ähnlichem zu behandeln. Der theoretische Ansatz der Isopathie, die sich als Behandlungsform aus der Homöopathie ableitet, legt die Behandlungsbasis. Arzneimittel in der Homotoxikologie sind unter anderem sogenannte Suis-Organpräparate oder Nosoden. Suis-Organpräparate werden zur Behandlung des geschwächten Organs eingesetzt, während Nosoden bei chronischen Krankheitsbildern eingesetzt werden, die in Verbindung mit früheren Infektionen stehen. Nosoden sind Zubereitungen in der Homöopathie aus pathologischem Material wie Krankheitserregern oder Mikroorganismen. Nosoden gibt es als Fertigarzneimittel oder können auch individuell aus körpereigenem Materialien hergestellt werden. Alle Arzneimittel werden mittels der homöopathischen Potenzierung (Verdünnung) hergestellt. In der Therapie ist der Verzehr von Schweinefleisch nicht erwünscht. Homöopathische Mittel auf Grundlage der Homotoxikologie gibt es heute zu vielen humanen Krankheitsbildern und in der Tiermedizin.

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